Das Sandmännchen im Krankenhaus

Der Mond schien sanft durch das Fenster der Kinderklinik. Kiki lag in ihrem Bett. Die freundliche Nachtschwester schaute noch einmal ins Zimmer herein. Kiki stellte sich schlafend, doch in Wirklichkeit war sie traurig. Sie wußte gar nicht, was mehr weh tat, der Fuß, den sie sich gebrochen hatte, oder daß sie nicht bei ihrem geliebten Hund Pelle sein konnte, der nachts immer in seinem Körbchen neben ihrem Bett schlief.

Der Mond schien sanft durch das Fenster der Kinderklinik. Kiki lag in ihrem Bett. Die freundliche Nachtschwester schaute noch einmal ins Zimmer herein. Kiki stellte sich schlafend, doch in Wirklichkeit war sie traurig. Sie wußte gar nicht, was mehr weh tat, der Fuß, den sie sich gebrochen hatte, oder daß sie nicht bei ihrem geliebten Hund Pelle sein konnte, der nachts immer in seinem Körbchen neben ihrem Bett schlief. Zum Glück hatte Papa ihre Malsachen mitgebracht und so konnte sie mit ihrer besten Freundin Jenny, die ihr die Hausaufgaben immer ins Krankenhaus brachte, nach dem Mittagessen malen. Ihr Lieblingsstofftier, Kater Miou, war natürlich auch mit im Krankenhaus und lag neben ihr auf dem Kopfkissen.

Im Nebenzimmer lag ein kleiner Junge, er hieß Alex und war vor zwei Tagen am Blinddarm operiert worden. Es musste alles so schnell gehen, daß Alex gar keine Zeit gehabt hatte, um seinen Teddy mit ins Krankenhaus zu nehmen. Doch die Nachtschwester gab ihm ein kleines, weißes Kuschelkissen, damit er etwas hatte, das er an sich drücken konnte. Heute hatte eine *AKIK-Dame mit Alex gespielt. Sie hatte eine Handpuppe dabei und brachte ihn immer wieder zum Lachen. Alex wußte nicht, was eine AKIK-Dame ist, aber seine Mutter sagte ihm, daß die nette Frau jetzt öfter zu ihm kommt, um mit ihm zu spielen. Jeden Tag nach getaner Arbeit schaute die Mutter von Alex nach ihrem Sohn. Er war ja noch klein und noch nie alleine von zuhause weg gewesen.

Die Uhr schlug sieben, und was glaubt ihr wohl, was jetzt geschah? Auf einem silbernen Mondstrahl rutschte das Sandmännchen in die Kinderklinik. Natürlich hatte es niemand gesehen, denn es kann sich ja unsichtbar machen. Es ging von Tür zu Tür und griff in sein Beutelchen, das mit Feenstaub gefüllt war, und warf in jedem Zimmer eine Handvoll davon in die Luft. Der feine Staub senkte sich auf die Augenlider der Kinder und ließ sie gleich darauf einschlafen. Bei jedem Kind verweilte das Sandmännchen noch ein wenig, bis es fest schlief. Bei Alex zog es die verrutschte Bettdecke wieder gerade, bei Lissy klappte es das Buch zusammen, in dem sie gerade gelesen hatte, bei Ayshe zog es die Vorhänge noch ein wenig zu und bei Kiki dachte es sich etwas Besonderes aus. Es ließ ein wenig Feenstaub auf ihr Stoffkätzchen rieseln. Und als das Sandmännchen vom Mondstrahl getragen wieder davon flog, erwachte Kikis Stoffkätzchen Miou plötzlich zum Leben. Es räkelte sich und sprang mit einem Hops vom Bett herunter. Das Kätzchen lief in Lillys Zimmer und rief ihrem Teddy zu :“ Komm, Teddy, wir holen alle Stofftiere und versammeln uns im Spielzimmer “. Lillys Teddy brummte leise und ließ sich dann von der Bettdecke rutschen. Dann liefen die beiden gemeinsam in Ayshes Zimmer und holten ihre Puppe ab. Nach und nach erwachten immer mehr Teddys und Puppen zum Leben und gesellten sich dazu. Sie hüpften und hopsten durch den langen Flur in das Spielzimmer. Auch Alex’ Kuschelkissen tapste auf zwei Zipfeln hinterher. Sie versammelten sich an einem großen, runden Tisch und berichteten sich gegenseitig, wie die Kinder sich fühlten. Ob sie traurig waren, ob sie Schmerzen hatten, oder ob es ihnen schon wieder besser ging, und plötzlich hatten sie eine gute Idee. Sie wollten die Kinder vor bösen Träumen behüten. Sie spielten noch ein bisschen, dann hüpften und hopsten sie wieder in die Zimmer zurück. Punkt 12 Uhr war der Spuk vorüber und alle Teddys, Kuscheltiere und Kuschelkissen lagen wieder friedlich in den Armen der Kinder.

Und stellt euch vor, in dieser Nacht hatte tatsächlich keines der Kinder einen bösen Traum, denn alle Stofftiere, Teddys, Puppen und Kuschelkissen haben ihre Sache gut gemacht und den Schlaf der Kinder liebevoll behütet.



* (AKIK = Aktionskomitee Kind im Krankenhaus)